Bis zu 40 Plätze auf Speditionsgelände am Stromberg

Heute, 6. Mai 2019 – 17:36 Uhr

von Theo Theissen

Isselburg – Interessiert hörte der niederländische Europaabgeordnete Peter van Dalen am Dienstag zu, als Arno Stockhorst seine Pläne zur Errichtung von 30 bis 40 Lkw-Sicherheitsparkplätzen auf seinem Betriebsgelände am Stromberg vorstellte. Der Geschäftsführer der Isselburger Spedition Isseltrans hofft, sein Vorhaben im Verlauf des nächsten Jahres umsetzen zu können.

Foto: Sven Betz

Sicherheitsparkplätze für Lkw-Fahrer Brummi-Fahrer sollen sicher schlafen

Der Spediteur Arno Stockhorst (links) stellt dem Europaabgeordneten Peter van Dalen seine Pläne vor. FOTO: sven betz

„Es sind schon einige Gespräche mit der Stadt, dem Kreis und Straßen NRW gelaufen. Unsere Anträge müssen aber noch eingereicht werden“, sagte der Isselburger Unternehmer. Der 41-Jährige möchte auf seinem rund 10.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände 30 bis 40 videoüberwachte Parkplätze bereitstellen, auf denen Lkw-Fahrer auch übernachten können sollen – und das in Einzelzimmern außerhalb ihrer Fahrzeuge. „Es gibt große Probleme für Berufskraftfahrer, ihre Fahrzeuge während der gesetzlich vorgeschrieben Lenk- und Ruhezeiten sicher zu parken, sagte der Spediteur.

Immer wieder würden an „normalen Parkplätzen“ Lkw-Planen aufgeschnitten und ganze Ladungen gestohlen. Außerdem gebe es ab 16 oder 17 Uhr so gut wie keine Parkplätze mehr. „Das möchte ich ändern“, sagte Stockhorst.

Auf rund 8000 Quadratmetern seines Betriebsgeländes sollen Parkplätze und Schlafzimmer entstehen – Letztere möglicherweise in Containerbauweise mit Betonboden. Dazu werde eine Umzäunung von mindestens 1,80 Meter Höhe, ein Ein- beziehungsweise Ausgangstor, eine geeignete Kamera- und Lichtanlage, ein Zahlkassenportal und eine entsprechende Software für den Einlass und die Verwaltung benötigt. Außerdem werde es eine automatische Nummernschild-Erkennung geben, sagte Stockhorst.

Für die Fahrer seien neben den Einzelzimmern, Kaffee- und Snackautomaten auch Waschmaschinen und Wäschetrockner sowie eine eigene kleine Kochnische vorgesehen. Über die Höhe seiner Investitionen wollte Stockhorst nicht sprechen, wohl aber über den Übernachtungspreis. „Da werden wir pro Wochenende so bei etwa 50 Euro liegen“, sagte er.

Bürgermeister Carbanje, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, sagte dem Unternehmer für sein Vorhaben seitens der Stadtverwaltung die volle Unterstützung zu. Er lobte die innovativen Pläne des Unternehmers und deren soziale Aspekte, wies aber auch auf das noch ausstehende Bauleitverfahren, auf den Hochwasserschutz und auf weitere Gespräche mit der Regierungsbezirk Münster und dem Kreis Borken hin. Außerdem müsse der Rat den Plänen noch zustimmen, sagte er. Der Ort für solche Sicherheitsparkplätze sei wegen seiner geografischen Lage und seiner Nähe zu den Niederlanden gut gewählt, sagte er.

Peter van Dalen und Marcus Hover vom Landesverband Verkehrswirtschaft und Logistik befürworteten die Pläne. Allein in NRW würden 4000 Lkw-Parkplätze fehlen, sagte Hover. Im vergangenen Jahr habe der Schaden durch versuchten oder vollendeten Diebstahl aus Lkws rund 1,2 Milliarden Euro betragen, fügte er hinzu.